Mit einem Festakt wurde in Meißen am 26. Juni das Caritas-Haus Madeleine Delbrêl feierlich eingeweiht. Geschäftsführerin Astrid Winkler dankte allen, die tatkräftig oder finanziell beigetragen haben, dass in der Ludwig-Richter-Straße das Beratungs- und Begegnungszentrum entstehen konnte.

Bischof Heinrich Timmerevers segnete das Caritas-Haus. Darin schloss er die hier arbeitenden Menschen ein und alle, die an diesem Ort Zuwendung suchen und erwarten. Das gesamte Werk aus Steinen und Personen solle ein Segen für die Menschen werden.

Die Patronin des Hauses würdigte er als eine mutige und starke Frau, die in einer Region lebte, in der der Gottesglaube gewissermaßen verdunstet war. Dort habe Madeleine Delbrêl mit ihrem Leben Zeugnis für Gott gegeben. Ihr Anliegen sei es nicht gewesen, Gott zu den Menschen zu bringen. Gott sei vielmehr schon da. Bischof Timmerevers: „Gott ist in jedem Menschen immer schon da. Er kommt uns uns entgegen.“

Im kirchlichen Veränderungsprozess, in dem auch die neue Pfarrei Meißen vor einem Jahr gegründet wurde, bleibe die Grundfrage: „Wofür sind wir als Kirche da?“ Der Bischof gab zugleich die Antwort mit auf den Weg: „Wir als Kirche sind für die Menschen da, hier an diesem Ort.“ Dass die Caritas in der Nähe des Meißner Bahnhofs, wo sich Wege kreuzen und Menschen sich begegnen, vor Ort ist, sei ein Glücksfall. Der Bischof dankte allen, die sich hauptamtlich oder ehrenamtlich in den karitativen Dienst für die Menschen stellen.

Oberbürgermeister Olaf Raschke blickte auf die Caritasarbeit in der Stadt Meißen seit 1951 zurück. Gerade zu DDR-Zeiten sei die Caritas ein wichtiger Anlaufpunkt für Hilfebedürftige gewesen. Seit den 90ger Jahren haben sich die Dienste und Einrichtungen weiterentwickelt. Nun bedürfen sie einer professionellen Koordination, für die die Räumlichkeiten in der Wettinstraße nicht mehr ausreichten.

Die Sanierung des Gebäudes wurde möglich aus öffentlichen Mitteln für den Stadtumbau Ost und Eigenmitteln des Verbandes. „Das ist eine Gemeinschaftsleistung,“ betonte der Oberbürgermeister.

Einen erfrischenden Beitrag brachten an diesem heißen Sommertag die Vorschulkinder des Franziskus-Kinderhauses. Mit ihrem Singspiel erzählten sie von einem kleinen ängstlichen Spatz, der erfährt, dass der Vater im Himmel immer auf ihn aufpasst.

Caritas-Haus Madeleine Delbrêl eingeweiht