Kinder fit machen
Tagesgruppe
Kinder sollen ihre ganz eigenen Fähigkeiten und Stärken entdecken lernen. Das ist nicht
immer einfach, besonders wenn sie Schwierigkeiten in der Entwicklung haben oder die Eltern mit der Erziehung überfordert sind. Hier hilft die Tagesgruppe als teilstationäres
Jugendhilfeangebot. Die Kinder leben in der Familie und besuchen in der Regel werktags nach Schulende bis in den späten Nachmittag die Tagesgruppe.
“Wie sieht die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen aus?”
In der Tagesgruppe werden Kinder in eine feste Bezugsgruppe integriert. Sie stellt einen „Schonraum“ dar, in der eine gezielte heilpädagogische Einzelförderung oder Förderung in
kleinen Gruppen geleistet wird. Den Kindern soll ermöglicht werden, eigene Fähigkeiten und Starken neu zu entdecken, zu entfalten und ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln.
Das geschieht u.a. durch gezielte Förderung im Lern-Leistungsbereich, Hausaufgabenbetreuung und durch ein breitgefächertes Angebot an Gruppenaktivitäten und
Hilfen im sozialen und lebenspraktischen Bereich. Vertrauensvolle Beziehungen geben dem Kind die Möglichkeit und die Motivation alternative Verhaltens- und Problemlösestrategien
auszuprobieren. So können sie Verhaltensauffälligkeiten aufarbeiten und ihren Verhaltensspielraum erweitern. Die Räume der Einrichtung sind so gestaltet, dass jedes
Kind vielfältige Formen von Aktion und Entspannung nutzen kann. Gemeinsam mit allen Gruppenmitgliedern aufgestellte Regeln und Normen sowie ein fester Tagesrhythmus geben
den Kindern Sicherheit und Stabilität. Bei gemeinsamen Unternehmungen und bei der täglichen Ämtererledigung lernen die Kinder, sozial zu denken. Sie lernen, ihre Bedürfnisse
und Wünsche mit denen der Gruppe abzustimmen und haben dennoch ihre Freiräume.
„Hilft die Tagesgruppe nur Kindern?“
Ohne eine grundsätzliche Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit blieben die Entwicklungserfolge nur begrenzt. Daher ist über die tägliche Betreuung und Förderung der
Kinder hinaus die Arbeit mit den Eltern einen wesentlicher Teil des Konzeptes. Die Mitarbeiter stärken die Erziehungskompetenzen der Eltern, unterstützen sie bei der
Bewältigung von Schwierigkeiten und familiären Konflikten und geben Hilfen in lebenspraktischen Fragen.
Aufnahme finden Kinder, nachdem deren Eltern die Hilfe beim Jugendamt beantragt haben
und dort eine Entscheidung fĂĽr diese Hilfeform getroffen wurde. Sie werden an fĂĽnf Tagen in der Woche betreut. Der Fahrdienst der Tagesgruppe holt sie nach Unterrichtsschluss ab und
bringt sie gegen 17.30 Uhr wieder nach Hause. Der Betreuungszeitraum beträgt durchschnittlich zwei Jahre. Er ist abhängig vom erzieherischen Bedarf im Einzelfall und vom Zeitraum der Kostenbewilligung.
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