Restschuldbefreiung nun nach drei Jahren möglich

Restschuldbefreiung nun nach drei Jahren möglich

Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung informiert in Beratungsgesprächen über die Veränderungen im Insolvenzrecht. Nach Inkrafttreten der beschlossenen Gesetzesänderungen können Schuldner bereits nach drei statt bisher regulär sechs Jahren von ihren Verbindlichkeiten befreit werden. Dies gilt für Insolvenzverfahren, die nach September 2020 beantragt wurden. Für Verfahren, bei denen der Antrag vor Oktober gestellt worden ist, gilt gegebenenfalls eine Übergangsregelung mit gestaffelter Restschuldbefreiungszeit. Auch über weitere Änderungen, wie die neu eingeführten Obliegenheiten und die Veränderungen bei Wiederholungs-Insolvenzen, klären die Beratungsfachkräfte der Caritas auf. Für Beratungsgespräche ist derzeit eine vorherige telefonische Terminvereinbarung nötig (Tel. 03521 40675-140).

Neue Schulungskurse für Begleitung von Pflegebedürftigen

Neue Schulungskurse für Begleitung von Pflegebedürftigen

Für die ambulante stundenweise Begleitung von Menschen mit Pflegebedarf, insbesondere bei einer dementiellen Erkrankung sucht der Caritasverband weitere freiwillig Engagierte. Zur Vorbereitung bietet der Wohlfahrtsverband folgende kostenfreie Kurse an:

in Riesa, Lessingstraße 9 vom 9. November bis 14. Dezember und
in Döbeln, Kreuzstraße 2 vom 5. November bis 10. Dezember.

Die Kurse sind auch geeignet für diejenigen, die bereits Angehörige oder Nachbarn pflegen und sich für diese Arbeit Wissen und Fertigkeiten aneignen möchten. Anmeldungen und nähere Informationen unter Telefon 03431 7297941 oder 03525 503620. (mehr …)

Eh, Alter!? – Caritasverband lädt Teenager zu einem Workshop übers Alter(n) ein

Alter!? Eine Mitmach-Ausstellung für ALLEDer Caritasverband Meißen lädt in den Herbstferien junge Interessierte ab 12 Jahren in seine Begegnungsstätte in Döbeln, Kreuzstraße 2, zum zweitägigen Workshop „Eh, Alter!?” ein. Am 29. und 30. Oktober in der Zeit von 9 bis 14 Uhr können sie für kurze Zeit „alt sein”, mit allen Herausforderungen, die dazu gehören. –> Nähere Informationen    Im Gespräch und einem simulierten Stadtrundgang gehen die Teilnehmenden (mehr …)

Mitgliederversammlung bestätigt Vorstand im Amt

Die Mitglieder des Caritasverbandes für das Dekanat Meißen e.V. wählten in ihrer diesjährigen Versammlung am 25. September den Vorstand für die nächste Amtsperiode. Pfarrer Norbert Gatz, Günther Oertelt, Monika Rautschek und Lydia Steinbach wurden im Amt bestätigt. Geschäftsführerin Astrid Winkler gehört dem Vorstand als geborenes Mitglied an.

Inhaltliche Schwerpunkte der Versammlung waren Marlene Bunkes Vorstellung des Christlichen Kinderhauses St. Martin und Lydia Steinbachs Bericht über die Verbandsarbeit im Jahr 2019.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung würdigte Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich das 40jährige Dienstjubiläum von Astrid Winkler. Er sprach ihr höchsten Respekt dafür aus, was sie mit ihren Mitarbeitern im Dekanat Meißen geleistet und geschaffen hat. Auch er dankte ihr für 40 Jahre karitativen Dienst, den sie mit großer Verbundenheit für das Dekanat, für die Menschen und die Gemeinden mit großer Wirkung getätigt hat. Mit ihrer inneren Ruhe und ihrer bestimmten Art setze sie sich (mehr …)

Caritas gemeinsam auf dem Weg

Statt der geplanten halbjährlichen Hauskonferenz begaben sich die Mitarbeiter des Meißner Caritasverbandes am 11. September auf einen besinnlichen Weg durch Meißen. Christina Händler, Leiterin des Franziskus-Kinderhauses, hatte den mobilen Besinnungstag vorbereitet. Nach dem Start am Madeleine-Delbrêl-Haus erhielten die Mitarbeiter an mehreren Stationen persönliche Gedankenanstöße. Sie stellten dabei den Arbeitsalltag, ihre Wegbegleiter, mögliche Stolpersteine, die Pläne und Visionen in den Fokus. Darüber tauschten sie sich auf den jeweils folgenden Wegabschnitten durch die Stadt mit einander aus, oder betrachteten sie allein in Stille. Die Mitwirkenden der Caritas freuten sich über diese Gelegenheit, mit ihren Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen und Caritas-Standorten in Kontakt zu kommen. In seiner Andacht in der St.-Benno-Kirche fasste Pfarrer Stefan Löwe die Erfahrungen des Weges zusammen und spannte einen gedanklichen Bogen zum alttestamentlichen, wandernden Volk Israel.

Tag der offenen Tür bei der Caritas in Döbeln

Tag der offenen Tür bei der Caritas in Döbeln

Zu einem Tag der offenen Tür lädt der Caritasverband Meißen e.V. am 23. September nach Döbeln ein. Von 10 bis 15. Uhr können Interessierte das Beratungs- und Begegnungszentrum in der Kreuzstr. 2 besichtigen. Die Mitarbeitenden geben Auskünfte über die Dienste und Angebote des Caritasverbandes Meißen e.V. am Standort Döbeln. Es werden außerdem Filme gezeigt, die E-Rikscha kann als Passagier ausprobiert werden, ein Demenz-Simulator eröffnet Einsichten und vieles andere mehr.

Caritas informiert pflegende Angehörige in Waldheim

Caritas informiert pflegende Angehörige in Waldheim

Der Caritasverband Meißen e.V. lädt am 10. September zu einem offenen Beratungsvormittag für pflegende Angehörige, Betroffene und Interessierte in Waldheim ein. Zwischen 8.30 und 12 Uhr erklärt eine Mitarbeiterin des Verbandes im Geschäft „Kleine Geschenkidee”, Obermarkt 13, kostenfrei individuelle Möglichkeiten der Versorgung und Begleitung.
Der Wohlfahrtsverband möchte bei Unsicherheiten im Umgang mit einer Pflegebedürftigkeit unterstützten und besonders auf Fragen und Probleme eingehen, die bei einer Demenz-Erkrankung entstehen. (mehr …)

Beratungstage der Caritas für pflegende Angehörige in Leisnig und Roßwein

Beratungstage der Caritas für pflegende Angehörige in Leisnig und Roßwein

Sie pflegen einen Angehörigen oder benötigen selbst Hilfe im Alltag? Der Caritasverband Meißen e.V. lädt zu offenen Beratungsvormittagen für pflegende Angehörige, Betroffene und Interessierte in Roßwein und Leisnig ein.
Am 11. August erwartet Sie zwischen 8.30 Uhr und 12.00 Uhr eine Mitarbeiterin des Verbandes in der Seniorenbegegnungsstätte in Leisnig, R.-Luxemburg-Str. 6.
Am 12. und 26. August können Sie sich im Bürgerhaus Roßwein, Markt 8, ebenfalls in der Zeit von 8.30 bis 12.00 Uhr informieren. (mehr …)

Vorbereitungskurs für Hospizbegleiter und Interessierte

Vorbereitungskurs für Hospizbegleiter und Interessierte

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst des Caritasverbandes Meißen e.V. stellt am 13. Juli in Nossen, am 22. Juli in Coswig und am 29. Juli in Meißen, jeweils um 17.30 Uhr, seine Arbeit vor. Zugleich informiert er über den Vorbereitungskurs für neue Begleiter. Eingeladen sind alle, die sich in der Hospizarbeit engagieren oder mehr über die Begleitung Schwerstkranker erfahren möchten. Für die Teilnahme wird um vorherige Anmeldung unter Telefon 03521 40675-120 gebeten.
Der neue Kurs beginnt am 16. September in Meißen und (mehr …)

Beratung wird während der Corona-Pandemie fortgeführt

Auch während der Corona-Pandemie bieten die Beratungsdienste der Caritas ihre Unterstützung an.

Zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) erfolgen persönliche Beratungsgespräche weiterhin nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung. Offene Sprechzeiten ohne Anmeldung sind derzeit leider nicht möglich. Bitte nutzen Sie auch unsere telefonischen Kontaktmöglichkeiten (–> Kontakt) und für die Schuldnerberatung zusätzlich die –> Online-Beratung.

Der Zutritt zu den Beratungsstellen der Caritas ist Personen verwehrt, die Symptome der Krankheit Covid-19 (z.B. Fieber, Atemwegssymptome) aufweisen oder Kontakt zu mit SARS-CoV-2 infizierten Person innerhalb der letzten 14 Tagen hatten.
Beachten Sie bitte auch die Schutzmaßnahmen und die verstärkten Hygiene-Regeln in den Beratungsstellen.

Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!

Unter dem Motto „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ stellt die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der Wohlfahrts- und Fachverbände Kinderrechte in den Mittelpunkt. „In der aktuellen Corona-Krise ist dieses Motto aktueller denn je“, wissen auch die Schuldnerberater der Meißner Caritas.

Familien sind in Zeiten, in denen ihre Kinder nicht in Kita oder Schule könnten, besonders gefordert. Lange Zeit konnten Spielplätze nicht genutzt werden. Eine Situation die Familien besonders fordert und die viele Familien diese Situation bisher gemeistert hätten. Ihnen gilt dafür höchster Respekt. (mehr …)

Urlaubszuschuss für Familien

Urlaubszuschuss für Familien

Familien mit geringem Einkommen können beim Caritasverband in Meißen einen Zuschuss für den Urlaub beantragen. Die Unterstützung aus Mitteln des Freistaates Sachsen kann bis zu 9 Euro pro Person und Aufenthaltstag betragen. Förderfähig ist der Erholungsaufenthalt, wenn Eltern und Kinder gemeinsam mindestens sieben Tage innerhalb Deutschlands verreisen. Interessierte Familien und Alleinerziehende sollten den Antrag rechtzeitig vor Urlaubsbeginn stellen.

Nähere Informationen und Antragsformulare sind bei der Allgemeinen Sozialberatung des Caritasverbandes unter Tel. 03521 40675-140 erhältlich.

Hilfe und Beratung rund ums Wohnen

Hilfe und Beratung rund ums Wohnen

Seit mehr als 11 Jahren hilft der Caritasverband Meißen Menschen mit niedrigem Einkommen, Strom, Wasser und Heizung zu sparen als ein Standort des bundesweiten Projektes „Stromspar-Check“. Die teilnehmenden Haushalte erhalten kostenfrei ein individuell auf ihren Haushalt zugeschnittenes Soforthilfepaket aus Strom-, Wasser- und Heizungssparartikeln im Wert von bis zu 70 Euro sowie unter Umständen einen Zuschuss von 100 Euro zu einem neuen A+++-Kühlschrank. Mit dem Kühlschranktausch sparen die Haushalte dadurch durchschnittlich 250 Euro, ohne 150 Euro, an Energiekosten. (mehr …)

Tag der offenen Tür im Kinderhaus St. Martin in Coswig

Christliches Kinderhaus St. Martin in Coswig

Das Christliche Kinderhaus St. Martin in Coswig lädt am 1. Februar zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 12 bis 15 Uhr besteht Gelegenheit, nach fast zweijähriger Bauzeit die Kindertagesstätte des Caritasverbandes Meißen e.V. auf dem Käthe-Kollwitz-Weg 6 zu besichtigen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Seit Frühjahr 2018 wurde das bestehende Gebäude aufwändig saniert und erweitert. Das sichert den Bestand der Einrichtung und schafft neue Kita-Plätze. Gleichzeitig verbessert es die Bedingungen für die Kinder und die pädagogischen Fachkräfte. (mehr …)

Neuer Rikscha-Kurs in Döbeln

Neuer Rikscha-Kurs in Döbeln

Der Caritasverband für das Dekanat Meißen e.V. bietet am 31. Januar von 16 bis 19 Uhr und am 1. Februar von 10 bis 16.30 Uhr in Döbeln, Kreuzstraße 2, einen kostenlosen E-Rikscha-Vorbereitungskurs an. Mit dem Kurs möchte der Verband insbesondere jüngere Menschen zum bürgerschaftlichen Engagement motivieren und die Mobilität von Senioren fördern.

Im Projekt „Gemeinschaft erfahren“ nutzt der Caritasverband Meißen eine elektrounterstützte Fahrradrikscha in Döbeln. Das Vorhaben wird durch das Land Sachsen gefördert und macht sich zum Ziel, Jung und Alt zusammen zu bringen und Senioren mehr Mobilität zu verschaffen. (mehr …)

Sterbende sensibel begleiten

Der Ökumenische Hospiz-und Palliativberatungsdienst des Caritasverbandes Meißen e.V. lädt am 30. November zu einem öffentlichen Vortrag ein. Beginn ist 19.30 Uhr im Saal der Diakonie-Tagespflege „Altes Amtsgericht“, Meißner Str. 41. Gundula Seyfried, Dozentin für Hospiz und Palliativ Care sowie langjährige Leiterin des Stationären Hospizes in Herrnhut, spricht zum Thema „In Ruhe sterben – Begleitung sterbender Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen“. (mehr …)

Caritasverband Meißen e.V. feiert 20jähriges Bestehen

 

Caritas gehört zur KircheMit einem Festakt im Meißner Rathaus feiert der Caritasverband für das Dekanat Meißen e.V. am 9. September sein 20jähriges Bestehen. Der Verein wurde am 20. April 1996 gegründet und bündelt die sozialen Aktivitäten der katholischen Kirche in der Region um Elbe und Mulde.

Heute sind die Mitarbeiter für mehr als 1.600 Rat- und Hilfesuchende jährlich tätig. Astrid Winkler, die Geschäftsführerin des Meißner Caritasverbandes, verweist auf die vielfältigen Dienste und Einrichtungen: „Unsere Unterstützung richtet sich an Menschen jeden Alters und verschiedenster Lebenslagen – von der Betreuung der Krippenkinder bis zur persönlichen Begleitung am Ende des Lebens.“ (mehr …)

Wie funktioniert Schuldnerberatung?

Wenn das Konto ständig im Minus ist, oder wenn die fristlose Kündigung der Wohnung droht, dann sind die Schuldnerberater der Caritas wichtige Ansprechpartner. Ihre Beratung ist immer individuell auf den Einzelfall bezogen – je nach den Anliegen und Bedürfnissen der Ratsuchenden. Daher können Sie in diesem Beitrag nur beispielhaft einen kleinen Einblick in die Arbeit der Beratungsstelle bekommen.

Die Ursachen sind vielschichtig

In den offenen Sprechzeiten in Meißen und in Radebeul werden zunächst die dringlichsten Punkte besprochen oder notwendige Erstmaßnahmen in Angriff genommen. Eine von ihnen ist die geschiedene Ehefrau, die bereits fünf Jahre mit den Schulden leben musste, die sie früher gemeinsam mit ihrem Mann gemacht hatte. Nicht selten ist eine zerbrochene Partnerschaft der Grund für die Überschuldung. Nur einen Auslöser zählen die Berater häufiger: Arbeitslosigkeit. Denn wenn ein Einkommen wegbricht, ist es sehr schwer, alle Ausgaben bestreiten und die Kredite bedienen zu können.

Wie bei der jungen Familie, die an diesem Tag ebenfalls auf einen freien Berater wartet. Obwohl der Vater arbeiten geht, ist sie auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Einfacher wäre es, wenn die Eheleute eher in die Beratung gekommen wären. Nun soll in zwei Tagen der Strom abgeklemmt werden. Und dem Auto, das für die Arbeit dringend benötigt wird, droht die Zwangsstilllegung, weil die Versicherungsbeiträge noch offen sind.

Um das Fahrzeug geht es auch bei dem Rentner, der berichtet, bereits zweimal vor der Tür der Beratungsstelle gestanden zu haben und dann aus Scham doch wieder umgekehrt zu sein. Als er noch berufstätig war, lief alles bestens. Aber nun ist die Schlussrate für die Autofinanzierung fällig. Und auch der Kredit, mit dem er sich das Dach von seinem in die Jahre gekommenen Haus erneuert hatte, will von der geringen Rente bezahlt sein. Er ist bei weitem nicht der einzige ältere Ratsuchende. 13 % sind mittlerweile über 60 Jahre alt. Bereits seit vier Jahren stellen die Berater einen besorgniserregenden Anstieg fest.

Während der Rentner sich erleichtert von der Beraterin verabschiedet, wartet bereits der nächste Klient. Der wollte sich eigentlich mit der Selbständigkeit aus der Langzeitarbeitslosigkeit freikämpfen. Dann hatten ihm die private Krankenversicherung und das Finanzamt mit ihren Forderungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt muss er wieder mit Arbeitslosengeld II auskommen. Er zählt zu den vielen der Beratenen, die wegen einer gescheiterten Selbständigkeit in den Schuldenstrudel geraten sind.

Die kostenfreie Beratung können Einwohner des Landkreises Meißen nutzen, die in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, oder deren Existenz gefährdet ist. So trifft kurz vor Ende der Sprechzeit noch ein 25jähriger ein. Sein Anliegen ist nicht ganz klar, das Jobcenter habe ihn geschickt. Aber er möchte nicht, dass Vodafone ihm das neue Samsung Galaxy sperrt. Etwas später stellt sich heraus, die Staatsanwaltschaft droht mit Haft, weil er die verhängte Geldstrafe nicht zahlt.

Damit es soweit nicht erst kommen muss, organisieren die Berater jedes Jahr Präventionsveranstaltungen. Im vergangenen Jahr informierten sie Schüler einer 9. Klasse bis hin zu Senioren über Verbraucherfallen und Überschuldungsrisiken.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

In den Beratungsstellen sind es meist existenzielle Notlagen, mit denen die vier Berater konfrontiert werden. Auch wenn es immer um zu geringes Einkommen und zu hohe Forderungen geht, für sie steht der Mensch hinter den Schulden im Mittelpunkt. Der kommt nicht selten verunsichert und ängstlich, manchmal auch resigniert, in die Beratung. Da gilt es, für Stabilität zu sorgen. Denn wer sich aus dem Schuldenstrudel befreien will, der braucht Mut und Zuversicht.

Und er muss den Kopf frei haben für die nächsten Schritte. Das sind meistens existenzsichernde Maßnahmen: Sind Miete und Strom bezahlt? Hat die Familie genug Geld zum Leben? Auch die Kinder bei der Ex-Partnerin mit ihren Unterhaltsansprüchen? Könnten vielleicht noch Ansprüche auf Sozialleistungen bestehen? Wie kann das notwendigste Einkommen vor Pfändungen geschützt werden? Wie wie lässt es sich noch steigern? Welche Kosten lassen sich durch sinnvolle Haushaltsplanung und sparsames Wirtschaften senken?

Die vielen spezialisierten Informationen gehören zum Handwerkszeug der Berater. Dafür haben sie zusätzlich zu ihrer Ausbildung als Sozialarbeiter Zertifikatskurse zur Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung absolviert. Und das verständnisvolle Einfühlen zählt zu ihrer Grundhaltung. Sie wissen, allein die Tatsache, dass sie in vielen Fällen deutlich machen können, dass sich die scheinbar unlösbaren Probleme doch lösen lassen, gibt den Menschen Kraft. Kraft, um neue Schulden zu verhindern. Kraft, um mit Hilfe der Berater die oftmals zahlreichen Gläubiger ausfindig zu machen und deren Forderungen erfassen zu können. Kraft, um Regulierungspläne zu entwickeln…

Restschuldbefreiung als Chance zum Neubeginn

Für letzteres fehlt oft das Geld. Denn die Schuldnerberater begleichen keine offenen Rechnungen, und neun von zehn Ratsuchenden müssen mit einem Einkommen auskommen, das geradeso das Existenzminimum sichert. Dennoch versuchen die Berater zwischen Gläubigern und Schuldnern zu vermitteln. Sie wollen eine für beide Seiten realistische und tragbare Lösung erreichen.

Bei perspektivlosen Überschuldungssituationen bleibt als letzter Ausweg oft nur der Weg in die Verbraucherinsolvenz. Das ist ein sehr komplexes gerichtliches Verfahren, in dem einerseits die Gläubigerinteressen bestmöglich berücksichtigt werden, und andererseits dem Schuldner nach spätestens sechs Jahren die verbleibenden Schulden erlassen werden können. Seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 berät der Caritasverband Meißen e. V. als staatlich anerkannte Beratungsstelle über die umfangreichen Regelungen und unterstützt beim Ausfüllen der Anträge.

Schuldnerberatung wirkt

Die Menschen, die die Berater über einen längeren Zeitraum begleitet hat, bestätigen, dass sie sich gut informiert fühlen, dass sie mutiger und selbstbewusster mit ihrer Situation umgehen können, dass sie positiver in die Zukunft blicken und eine gute Lösung für ihr Problem gefunden haben. Das entspricht den Zielen der Schuldnerberatung. Ihre Nutzer und ihre Familien sollen durch die Beratung ihren Lebensunterhalt sichern und neue Lebensperspektiven eröffnen können.