30 Jahre Caritasverband für das Dekanat Meißen e.V.
1996 gründeten engagierte Christen aus dem Dekanat Meißen ihren Ortscaritasverband. Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 30jährigen Bestehens blickten sie am 25. September zugleich auf das 75jährige Wirken der kirchlichen Wohlfahrtsorganisation in der Region Meißen zurück.
1951 begann die hauptamtliche Caritasarbeit in einem Raum im Meißner Pfarrhaus. Die Fürsorgerin startete damals mit sehr einfachen Arbeitsmitteln. Die langjährige Geschäftsführerin und vormalige Leiterin des Caritassekretariates Astrid Winkler erinnert: "Die Sorgen und Nöte der Nachkriegszeit können wir uns gut vorstellen, man half so gut man konnte Menschen in oft existentiellen Notlagen." Nach und nach entwickelten sich die Aufgabenfelder über die Kindererholung, die Belegung des katholischen Altenheims in Meißen bis zur "Frohe Herrgottstunde", einer Kleinkindbetreuung in kirchlichen Räumen. Der intensive Kontakt zu den Pfarrgemeinden war stets gegeben, nur unter dem schützenden Dach der Kirche war diese nicht-staatlich organisierte und kontrollierte Sozialarbeit überhaupt möglich.
Astrid Winkler berichtet vom Aufbau neuer Dienste nach der Wende: "Erst nach dem Zusammenbruch der DDR bestand die Möglichkeit, weiter auszureifen. Und sie wurde genutzt." In den frühen 90gern nahmen Hospizdienst, Tagesgruppe und Schuldnerberatung ihre Arbeit auf. Diesen Handlungsfeldern ist der der Verband bis heute treu geblieben.
Besonders prägend erlebte die Caritas die Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013. Viele Betroffenen an Elbe, Mulde, Triebisch und Zschopau konnte die Caritas damals mit Wiederaufbauhilfen und persönlicher Begleitung helfen. Mit Unterstützung von Caritas international hat der Verband die Krise als Chance genutzt und seine Hilfsangebote ergänzt. Aus den Bedarfen der Hochwasserzeit aufbauend entwickelte der Verband neue Projekte in den Sozialräumen, wie die heutigen Betreuungs- und Entlastungsdienste für Pflegebedürftige.
Der Aufgaben- und Verantwortungsbereich vergrößerte sich mit der Übernahme der Trägerschaften für das Christliche Kinderhaus St. Martin in Coswig 2010 und dem Meißner Franziskus-Kinderhaus 2018. Mit den umfangreichen Bauarbeiten entstanden bessere Bedingungen und größere Kapazitäten - 2011-2012 für die Tagesgruppe in Gröditz und 2017-2019 für das Christliche Kinderhaus St. Martin in Coswig. 2019 konnte die Caritas in Meißen ihr eigenes Domizil beziehen und die Dienste an einem Standort in einem frisch sanierten Gebäude am Bahnhof vereinen.
"So ist der Verband zwar stetig gewachsen," meint Astrid Winkler, "aber eben nicht um jeden Preis, sondern stets mit Blick auf konkrete Bedarfe." So ist er weiterhin ein unverzichtbare Akteure in der regionalen sozialen Landschaft wahrnehmbar: Mit hoher Fachkompetenz und verlässlicher Kontinuität ist er für die Menschen da. Das reicht von den ersten eigenen Schritten an der Hand der Erzieherin über die Überwindung finanzieller Krisen gemeinsam mit dem Schuldnerberater bis zu den letzten Atemzügen im Beisein einer Hospizbegleiterin.
Mit seinen Standorten in Meißen, Coswig, Gröditz, Riesa und Döbeln wirkt der Verband in einem großen Gebiet, das weit über die Kreisstadt im Elbtal hinaus reicht.
Die Geschäftsführerin hebt dabei die Caritashelfergruppen und Elisabethkreise in den Pfarrgemeinden als Basis der Caritasarbeit hervor: "Sie in ihrem diakonischen Auftrag zu beraten und zu unterstützen, war und ist von Beginn an ein großes Anliegen."

Astrid Winkler bekräftigt, dass das Wirken des Verbandes ganz wesentlich von den agierenden Menschen abhängt: "Der Meißner Caritasverband verfügte und verfügt stets über ehrenamtliche Vorstandsmitglieder die mit außerordentlichem Engagement, klaren strategischen Zielen, Augenmaß beim Abwägen von Wunsch und Wirklichkeit, positiver Gelassenheit in allen Herausforderungen, aber auch Konsequenz und die Entschlossenheit, Chancen zu suchen und zuzugreifen, wenn sich Möglichkeiten bieten, die Organisation voranzubringen."
Im Rahmen der Festveranstaltung dankte die Geschäftsführerin allen, die mitgewirkt haben und die heute mitarbeiten: "Ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende, die sich in den Dienst am Nächsten stellen, sind ein Geschenk, nicht nur für den Meißner Caritasverband."
Zugleich dankte Astrid Winkler allen, die dem Caritasverband Meißen in vielfältiger Weise immer wieder den Rücken stärken - in den Kommunen, in den Landkreisen, in der Landespolitik, im Diözesancaritasverband, im Bistum Dresden-Meißen und auch in den christlichen Gemeinden des Einzugsgebietes. "Ihr Vertrauen, Ihre Offenheit, Ihre Bereitschaft, gemeinsam wenn es sein muss auch neue Wege zu gehen und dabei Hürden zu überwinden, und nicht zuletzt Ihr Gebet trägt die Caritasarbeit in unserer Region mit." Gleiches gilt besonders auch den Spendern und Förderern. Sie ermöglichen die Caritasarbeit dort, wo öffentliche Förderung nicht greift oder ausreicht.
Die Geschäftsführerin äußerte abschließend ihren Wunsch für die Zukunft: "Der gute Geist im Caritasverband möge erhalten und entfaltet bleiben. Und allen, die sich für die Caritasarbeit in unserer Region engagieren, wünsche ich, dass sie diesen guten Geist spüren, möglichst immer, aber besonders dann, wenn sie ihn am nötigsten brauchen."
Lydia Steinbach, die erste Vorsitzende des Meißner Caritasverbandes, würdigte das langjährige Wirken von Astrid Winkler: "der Verein lebt auch von der Geschäftsführerin, die es die ganzen Jahre geschafft hat, den Verein nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu prägen."
