Franziskus-Kinderhaus lässt 800 Vögel in der Benno-Kirche fliegen
Kinder und Personal aus dem Franziskus-Kinderhaus in Meißen erinnerten im Gottesdienst am 4. Oktober an den Namenstag des heiligen Franz von Assisi. Sie überraschten die Besucher mit 800 aus Papier gefalteten Vögeln. Die Erzieherin Claudia Spiegel entwickelte diese außergewöhnliche Idee. Den Kindergartenkindern wollte sie damit die langen 800 Jahre verdeutlichen, vor denen der Namenspatron des Kinderhauses lebte. Leiterin Christina Händler: "Aber woher 800 Vögel nehmen? Wir haben sie gebastelt: die Kinder, das Team, die Familien. Dann haben einige beim Aufhängen der Papier-Vögel mitgemacht und nun können sich ALLE daran erfreuen. Die ganze Kirche ist geschmückt."

Das Kinderhaus knüpft an eine der bekanntesten überlieferten Legenden an. Franziskus predigte im Beisein seiner Gefährten einer Schar von Vögeln am Wegesrand, die ihm gebannt zuhörten. Diese enge Verbundenheit zur Natur wollen die Erzieherinnen und Erzieher den Mädchen und Jungen vermitteln. Christina Händler: "Gottes Schöpfung ist so herrlich groß und bunt und vielfältig und WUNDERbar!"
Die Vögel in der katholischen Kirche können weiterhin bestaunt werden. Die Kirche in der Wettinstraße ist zusätzlich zu den Gottesdienstzeiten Dienstag 15 bis 18 Uhr und Donnerstag 8.30 bis 11.30 Uhr geöffnet. "Denn aus EINER kleinen Idee, kann so viel Freude für VIELE entstehen," ist Christina Händler überzeugt.
Eine ganze Motto-Woche
Eine ganze Woche lang steht im Kinderhaus das Franziskus-Jubiläum im Mittelpunkt. "Franz von Assisi - ein bunter Vogel!" wählten die pädagogischen Fachkräfte als Motto. Zum Sonnengesang mit seinen verschiedenen Elementen der Schöpfung werden die Kinder singen, basteln und spielen. Am Montag lauschten alle einem Anspiel in der benachbarten St.-Benno-Kirche. Darin sagte Franziskus zu den Vögeln: "Fliegt behütet, meine kleinen Freunde. Bringt den Menschen Freude mit eurem Gesang." Claudia Spiegel und Christina Händler verstehen das auch als Auftrag, die Freude zu den Menschen zu tragen: "Diese Freude kann auch besonders in der jetzigen Zeit spürbar werden - Freude über die schönen Dinge, die wir erleben und geschenkt bekommen. Das können Dinge aus unserem Garten sein oder vom Feld oder ein liebes Wort oder ein ehrlicher DANK."

Erntedankfest mit reichlich Spenden
Als Dankesgeste sammelten die Familien des Kinderhauses und die Kirchgemeinde Lebensmittel. Beim Familiengottesdienst zum Erntedankfest in der Kirche wurden sie gesegnet. Am darauf folgenden Montag transportierten die Kinder die Erntegaben mit vier großen Bollerwagen (der große schwere Rest war in einem PKW verstaut) auf dem langen Weg durch die Stadt Meißen. Sie brachten sie den Kindern und Jugendlichen des Kinderprojektes Arche und bereiteten mit den Spenden eine große Freude.

Kita-Leiterin Christina Händler stellt den Namenspatron vor:
Wer Franz von Assisi ist
Der heilige Franz von Assisi ist Namenspatron und Vorbild des katholischen Kinderhauses in Meißen. Er kam in der Stadt Assisi in Italien zur Welt. Sein Vater war ein wohlhabender Tuchhändler. Franziskus lebte zunächst unbeschwert, trug teure Kleidung und war reich. Nach einer schweren Zeit im Krieg und einer Krankheit dachte er viel über sein Leben nach. Er merkte, dass Geld und Luxus ihn nicht glücklich machten. Der Verzicht: Vor versammelter Menge gab er seinem Vater sogar die teuren Kleider und seinen Besitz zurück. Fortan zog er als einfacher Wanderprediger durch die Lande, half armen und kranken Menschen und lebte von dem, was ihm andere gaben.
Wofür Franziskus heute bekannt ist
Franziskus liebte die Schöpfung und nannte Tiere und Pflanzen seine "Schwester" und "Bruder". Es gibt viele berühmte Geschichten über ihn - zum Beispiel, dass er den Vögeln eine Predigt hielt oder einen wilden Wolf zähmte. Er schrieb ein berühmtes Loblied auf die Natur und Gott, den sogenannten "Sonnengesang". Deshalb ist er heute der Schutzpatron des Umweltschutzes. Er soll in einem Stall in Greccio das erste Mal die Weihnachtsgeschichte mit einer Krippe, echtem Stroh, einem Ochsen und einem Esel nachgestellt haben, damit die Menschen sich die Geburt von Jesus besser vorstellen konnten. Weil immer mehr Menschen von seiner freundlichen und bescheidenen Art begeistert waren, schlossen sie sich ihm an. So gründete er den Bettelorden der Franziskaner (und mit der heiligen Klara auch die Klarissen).
